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Veröffentlicht am 25. Juni 2026

Der Sommer der Feste – und die Frage, wer eigentlich mit anpackt?

Der Sommer in Reit im Winkl steht vor der Tür. Und damit auch ein wahrer Event-Marathon. Während viele Gäste die Sommerfrische in unserem Ort herbeisehnen oder ihre Urlaubsplanung beginnen, sind wir in der Tourist-Information seit Monaten mitten in den Vorbereitungen, ein Sommerprogramm zu formen. Veranstaltungen entstehen schließlich nicht über Nacht.

Von der RausZeit Nordic über den Faschingszug in den kalten Monaten, den neu entwickelten Frühlingsfesten, dem Musik & Kultur Angebot, der Unterstützung beim Mountainman Trailrunning Event, dem neuen Kooperationsprojekt „Musik, Kas & Bier“ bis hin zu unseren vier großen Straßenfesten im Juli und August: Hinter jedem einzelnen Termin stecken Ideen, Konzepte, Organisation, Werbung, Einholen von Genehmigungen, Sicherheitskonzepte, Aufbaupläne und unzählige Arbeitsstunden.

Und genau deshalb möchten wir in dieser Ausgabe einmal nicht über Programmpunkte, Bands oder Besucherzahlen sprechen. Sondern über die Menschen, ohne die all das nicht stattfinden würde. Denn so ehrlich müssen wir sein: Das größte Problem vieler Veranstaltungen sind heute nicht Ideen, Budgetplanungen, Bühnen oder Künstler. Das größte Problem sind fehlende Helfer.

Jedes Jahr aufs Neue planen wir attraktive Veranstaltungen für Einheimische und Gäste. Jedes Jahr aufs Neue überlegen wir uns neue Highlights, neue Inhalte und neue Ideen. Und jedes Jahr aufs Neue stehen wir vor derselben Herausforderung: Wer hilft beim Aufbau? Wer baut wieder ab? Wer unterstützt uns, so dass aus einer Idee ein echtes Fest oder ein sportlicher Event wird? 

Die Antwort fällt leider immer häufiger ernüchternd aus. Viele Aufrufe verhallen. Die gleichen Personen springen ein. Die gleichen Vereine, die gleichen Gesichter, die gleichen Ehrenamtlichen. 

Eine Erkenntnis der letzten Monate und Jahre: Die Erwartungen der einheimischen Bevölkerung an das Veranstaltungsangebot steigen, sogar mehr noch als die Erwartungen von Seiten der Gäste dazu. Kritik wird lauter. In sozialen Medien wird schnell kommentiert und bewertet. Gleichzeitig wird Reit im Winkl mit Destinationen verglichen, die über völlig andere finanzielle Möglichkeiten verfügen und pro Jahr Millionen in Werbemaßnahmen packen. In Zeiten von sozialen Medien Kritik zu äußern und Äpfel mit Birnen zu vergleichen ist recht schnell und einfach gemacht. 

Was hingegen immer seltener und schwieriger wird: Menschen zu finden, die bereit sind, selbst Verantwortung zu übernehmen und mitanzupacken, konstruktiv Feedback zu geben und womöglich bei einem nächsten Event wieder mit dabei zu sein. Von Anfang bis zum Ende.

Die daraus resultierende Frage für uns in der TI ist: Warum eigentlich? Warum gehen Helferaufrufe meist ins Leere? Warum sind es immer dieselben Personen, die vor Ort helfen und Unterstützung anbieten?

  • Ist es unattraktiv geworden, gemeinsam etwas für den Ort auf die Beine zu stellen?
  • Ist der persönliche Nutzen zu gering?
  • Ist das Ehrenamt heute nicht mehr zeitgemäß?
  • Oder haben wir uns daran gewöhnt, dass andere schon machen werden?

Das sind unbequeme Fragen. Aber es sind Fragen, die wir uns stellen müssen.

Denn eines sollte uns bewusst sein: Veranstaltungen sind keine Selbstverständlichkeit. Straßenfeste finden nicht nur an dem jeweiligen Tag zwischen 18 und 21 Uhr statt. Sie entstehen nicht in der Tourist-Information. Sie entstehen nicht im Rathaus. Sie entstehen nicht im Bauhof. Sie entstehen durch Menschen, die gemeinsam bereit sind, Zeit zu investieren. Für ihren Ort. Für ihre Nachbarn. Für das Miteinander. Für die Einheimischen. Für die Gäste. Für die Gegenwart. Und für die Zukunft. Dabei erleben wir immer wieder einen spannenden Widerspruch. Wenn eine RausZeit Nordic, ein Frühlingsfest oder ein Straßenfest organisiert werden soll, wird es oft schwierig, genügend Helfer zu finden. Gleichzeitig gibt es Organisationen, die seit Jahrzehnten erfolgreich auf Ehrenamt bauen.

Ein Beispiel dafür ist unsere Bergwacht.

Auch dort engagieren sich Menschen freiwillig. Sie investieren Freizeit, absolvieren Ausbildungen, übernehmen Verantwortung und stehen bereit, wenn Hilfe und Sicherheit benötigt wird. Niemand fragt dort zuerst nach dem persönlichen Vorteil. Es geht um die Gemeinschaft, um Verlässlichkeit und darum, füreinander einzustehen.

Auch ein Gaufest wie 2023, oder ein Musikfest wie das, das in wenigen Tagen beginnt, könnte ohne Freiwillige nie zum Erfolg werden. Von denen, die Kuchen backen, bis zu denen, die das Zelt auf- und abbauen.

Was können wir daraus also lernen?

Vielleicht, dass Gemeinschaft dort funktioniert, wo Menschen ein gemeinsames Ziel haben. Vielleicht, dass Zusammenhalt nicht durch Worte entsteht, sondern durch gemeinsames Tun. Vielleicht aber auch, dass Wertschätzung und Identifikation wichtiger geworden sind als früher. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

Fest steht jedoch: Wenn wir weiterhin ein lebendiger Ort sein wollen, wenn wir weiterhin Veranstaltungen anbieten wollen, die Gäste begeistern und Einheimische zusammenbringen, dann braucht es mehr Menschen, die bereit sind mitzumachen. Nicht weil die Tourist-Information Unterstützung braucht. Nicht weil die Gemeinde Unterstützung braucht. Sondern weil Reit im Winkl Unterstützung braucht. 

Denn die Qualität eines Ortes misst sich nicht nur an seinen Vermietungsbetrieben, Restaurants oder Veranstaltungen. Sie misst sich zunehmend daran, wie sehr die Menschen bereit sind, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam einen Weg zu gehen. Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, was der Ort für uns leisten kann. Und etwas häufiger darüber, was wir für unseren Ort leisten können. Denn am Ende sprechen erfolgreiche und wettbewerbsfähige Orte immer dieselbe Sprache – nach innen wie nach außen. Die Sprache des Miteinanders.

Deshalb gilt unser Dank all denjenigen, die nicht nur Erwartungen haben, sondern Verantwortung übernehmen. Die nicht nur kommentieren, sondern mitgestalten. Die nicht nur fordern, sondern anpacken. Genau diese Menschen sind das Fundament unserer Veranstaltungen und unseres Miteinanders. Wir feiern euch! Denn gemeinsam etwas für den Ort zu schaffen, macht Spaß, schafft Identifikation und gibt dem Begriff Gemeinschaft überhaupt erst Bedeutung. Und Obacht: Wer dazugehören möchte, ist jederzeit eingeladen, Teil davon zu werden.

PS: Wir wollen nicht nur reden sondern ganz konkret werden. Meldet euch in der Tourist Info, wenn ihr 

  • am Straßenfest eine Spiel-Station betreuen wollt (gerne Jugendliche ab 13-14 Jahren)
  • beim Straßenfest bei Auf- und Abbau tatkräftig anpacken wollt
  • das Outdoor Team bei geführten Touren und Spaziergängen unterstützen wollt
  • bei Führungen und Veranstaltungen im Sternenpark mitarbeiten wollt (siehe Kolumne Nr. 6)
  • schon jetzt vormerken: RausZeit.nordic und Frühlingsfest kommen wieder

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