Lieber miteinander als gegeneinander
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt.Denn draußen treffen manchmal unterschiedliche Interessen aufeinander: Wanderer und Mountainbiker, Spaziergänger und Hundehalter, Naturfreunde und Fotografen. Dazu kommen Fragen zu Schutzgebieten, Wildtieren, Weidevieh, Drohnen oder überfüllten Parkplätzen. Die Antwort darauf kann nicht immer ein neues Verbot sein. Viel besser ist es, miteinander zu reden. Die Ranger sollen erklären, informieren und Alternativen aufzeigen. Sie können auf sensible Bereiche hinweisen, bei der Tourenplanung helfen oder einfach einmal eine Frage beantworten. Kurz gesagt: Besucherlenkung mit einem freundlichen Gesicht. Und das passt ziemlich gut zu unserem Verständnis von Tourismus. Denn wenn wir wollen, dass unsere Gäste gerne wiederkommen, sollen sie ihren Urlaub nicht mit dem Gefühl beenden, ständig etwas falsch gemacht zu haben. Sie sollen verstehen, warum bestimmte Regeln wichtig sind – und gleichzeitig merken, dass sie hier willkommen sind.
Unsere Natur ist schließlich kein Freizeitpark. Das klingt vielleicht selbstverständlich. Ist es aber nicht immer. Wer durch unsere wunderbare Natur wandert, sieht eine wunderschöne Landschaft. Was man nicht immer sieht, sind die empfindlichen Lebensräume dahinter. Wildruhezonen, Brutgebiete und Rückzugsräume für Tiere sind keine abstrakten Begriffe. Sie sind der Grund dafür, dass wir diese Natur überhaupt noch erleben können. Deshalb gehört auch Wissen zur Besucherlenkung. Ein Hund, der im Schutzgebiet frei herumläuft. Ein Drohnenflug an der falschen Stelle. Das Streicheln von Kühen auf der Weide. Oder der Versuch, unbedingt den Standort eines seltenen Tieres zu erfahren. Da dürfen Ranger freundlich, aber bestimmt erklären, warum das vielleicht keine gute Idee ist. Und bei manchen Informationen gilt sogar ganz klar: Weniger ist mehr. Die genauen Standorte sensibler Tierarten, Brutplätze, Horste oder Schlafbäume gehören nicht in die Öffentlichkeit. Auch vermeintliche Informationen über Wölfe, Luchse oder andere besonders sensible Arten sollten nicht einfach weitergegeben werden. Denn Naturschutz bedeutet manchmal auch, etwas nicht zu verraten.