Tipps und Infos für Ihren Urlaub in Reit im Winkl
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Tourismus Kolumne
Ausgabe 12Veröffentlicht am 20. August 2026
Vielleicht kennt ihr das: Man geht spazieren, eigentlich nur für eine kleine Runde. Dann kommt eine Bank. Man setzt sich kurz. Der Blick geht über die Berge. Nebenan entdeckt ein Kind etwas auf einer Infotafel. Ein paar Meter weiter entsteht plötzlich ein schönes Urlaubsfoto. Und aus dem kurzen Spaziergang werden zehn Minuten mehr. Oder zwanzig.
Genau solche Momente möchten wir in Reit im Winkl schaffen. In den vergangenen Monaten und Jahren sind deshalb an verschiedenen Stellen im Ort neue kleine Aufenthaltsorte entstanden. Unsere „Platzl“ sind dabei viel mehr als neue Bänke, Schilder oder ein schöner Fotorahmen. Sie sind ein Stück neuer Infrastruktur. Für unsere Gäste. Für unsere Bürgerinnen und Bürger. Denn wenn wir in der letzten Kolumne darüber gesprochen haben, dass Ortsentwicklung auch Tourismusentwicklung ist, dann zeigt sich dieser Gedanke gerade an unseren Platzln besonders schön: Ein guter Aufenthaltsort ist ein Gewinn für alle.
Ein Gast soll von seinem Urlaub in Reit im Winkl nicht nur schöne Bilder mit nach Hause nehmen. Er soll vielleicht auch etwas gelernt haben. Warum gibt es hier Gletschermühlen? Welche Tiere leben in unseren Wäldern? Welche Pflanzen gehören zu unserer Landschaft? Was macht unseren Sternenhimmel so besonders? Wie hat sich unser Ort entwickelt? Und warum ist es wichtig, dass wir Natur und Lebensraum schützen? Genau deshalb sind unsere neuen Infotafeln nicht einfach Informationstafeln. Sie erzählen Geschichten. Über unsere Natur. Über unsere Tiere und Pflanzen. Über Geschichte und Besonderheiten. Sie laden Kinder zum Entdecken und manchmal auch zum Rätseln ein. Und vielleicht fährt der Gast am Ende tatsächlich ein kleines bisschen klüger nach Hause, als er gekommen ist.
Für uns ist das ein wichtiger Bestandteil eines modernen Tourismusverständnisses. Tourismus muss nicht immer bedeuten: schneller, höher, weiter, größer. Manchmal bedeutet Tourismus auch: stehen bleiben. Hinsehen. Zuhören. Etwas entdecken. Eine Pause machen. Dafür braucht es Orte. Eine Liegebank, auf der man im Sommer die Sonne genießt und im Winter die verschneite Landschaft betrachtet. Einen überdachten Picknicktisch, an dem eine Familie auch bei typisch bayerischem Froschwetter gemeinsam Brotzeit machen kann. Einen Platz, an dem Eltern sitzen können, während die Kinder spielen. Einen Ort, der auch für ältere Menschen gut erreichbar ist. Wege, die nicht zur sportlichen Herausforderung werden müssen, sondern auch mit Kindern oder Kinderwagen funktionieren.
Und natürlich darf auch das Thema Social Media nicht fehlen. Ein Fotorahmen mit unserem Reit-im-Winkl-Logo ist nicht nur ein hübsches Detail. Er schafft einen Anlass, ein Foto zu machen. Und dieses Foto wandert vielleicht nach München, Hamburg, Berlin oder noch viel weiter. Unser Ort wird geteilt, empfohlen und weitererzählt. Aber auch hier gilt: Der Fotorahmen ist nur ein Teil des Ganzen. Denn hinter jedem dieser Platzl steckt vor allem eines: Zusammenarbeit.
An dieser Stelle gehört einmal ein ganz großes Dankeschön ausgesprochen – an unseren Bauhof. Denn vieles von dem, was heute an unseren Platzln steht, wurde nicht irgendwo fertig bestellt, geliefert und aufgestellt. Es wurde hier vor Ort geplant, gebaut, angepasst und umgesetzt. Unsere Kollegen vom Bauhof packen an. Sie sägen, schrauben, bauen, reparieren, überlegen und finden Lösungen. Sie bringen ihre Erfahrung ein und machen aus einer Idee etwas, das am Ende tatsächlich im Ort steht. In enger Zusammenarbeit mit der Tourist-Information entstehen so Stück für Stück neue Plätze, made in Reit im Winkl.
Ein neuer Look für unseren Ort entsteht nicht durch ein einzelnes großes Projekt. Er entsteht durch viele kleine Veränderungen. Durch eine neue Bank hier. Eine Infotafel dort. Einen Picknickplatz. Einen Fotorahmen. Einen kinderfreundlichen Weg. Einen Ort zum Sonnenuntergang. Einen geschützten Platz für den Regentag. Eine Möglichkeit, im Winter ebenso wie im Sommer draußen zu sein. Plötzlich verändert sich die Wahrnehmung eines ganzen Ortes. Aus einem Weg wird ein Erlebnis. Aus einer Bank wird ein Treffpunkt. Aus einer Infotafel wird ein kleines Stück Bildung. Aus einem Fotorahmen wird ein Erinnerungsfoto. Und aus einem Platzl wird ein Begegnungsort, wie z.B. unser Panorama Platzl, das vergangene Woche bei der Sonnenfinsternis übrigens als ein toller Ausweichspot zur Winklmoos-Alm diente.
Unsere Platzl sind eine konsequente Weiterentwicklung unseres Gedankens vom Lebensraum Reit im Winkl. Wir bauen nicht nur für unsere Gäste. Wir bauen für Familien, die am Wochenende einen Spaziergang machen. Für Senioren, die einen schönen Platz zum Ausruhen suchen. Für Kinder, die unterwegs etwas entdecken möchten. Für Einheimische, die vielleicht schon hundertmal an einer Stelle vorbeigegangen sind und plötzlich etwas Neues erfahren. Und natürlich für unsere Gäste, die unseren Ort mit anderen Augen kennenlernen sollen. Das Ganze funktioniert außerdem zu jeder Jahreszeit. Ein Platzl muss nicht im Juli seinen Höhepunkt erreichen und im November wieder verschwinden. Der Sonnenuntergang funktioniert im Sommer genauso wie an einem klaren Winterabend. Eine Liegebank lädt im Herbst zum kurzen Innehalten ein. Ein überdachter Picknickplatz ist bei Sonnenschein schön – und bei Regen vielleicht sogar noch wertvoller.
Gerade darin liegt für uns der Gedanke einer Ganzjahresdestination. Nicht jede Infrastruktur muss spektakulär sein. Sie muss funktionieren. Sie muss zugänglich sein. Sie muss einen echten Mehrwert schaffen. So zum Beispiel der weiterentwickelte Kinderwagen- und Spieleweg. Wenn ein Kind dort etwas entdeckt, wenn Eltern entspannt daneben sitzen können, wenn ein Senior eine Pause einlegt, wenn Einheimische sich zum gemeinsamen Picknick treffen und wenn ein Gast dabei noch etwas über unsere Natur oder Geschichte lernt, dann ist etwas gelungen. Dann wird aus Tourismus Lebensqualität. Und aus Lebensqualität entsteht guter Tourismus.
Unser Ziel sollte deshalb nicht sein, möglichst viele Dinge irgendwo im Ort aufzustellen. Unser Ziel sollte sein, mit kleinen, durchdachten Maßnahmen Orte zu schaffen, die Menschen miteinander verbinden. Orte zum Sitzen. Orte zum Lernen. Orte zum Staunen. Orte zum Fotografieren. Orte zum Spielen. Orte zum Durchatmen. Und vor allem: Orte zum Zusammenkommen.
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