Vielleicht ist genau das sogar die größte Stärke, die Reit im Winkl besitzt: ein Ort, der klein genug ist, damit Menschen miteinander reden können – und groß genug, um gemeinsam wirklich etwas zu bewegen. Reit im Winkl ist ein Ort mit rund 2000 Einwohnern, 130.000 Gästen und 530.000 Übernachtungen. Keine kleine Nummer, sondern unter den Top 4 Big Playern im Landkreis Traunstein. In vielen Dingen war Reit im Winkl Vorreiter und das soll es auch weiterhin bleiben, unter Berücksichtigung der Bewahrung unserer Kultur, Natur und immer einen Schritt den anderen voraus! Genau darin steckt auch die Bedeutung der beiden Begriffe, die uns derzeit im Tourismus intensiv beschäftigen: Nachhaltigkeit und Resilienz.
Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur Klima- oder Umweltschutz. Nachhaltigkeit heißt, Entscheidungen so zu treffen, dass auch kommende Generationen gerne in Reit im Winkl leben, arbeiten und Urlaub machen können. Dass wir unsere Natur bewahren, regionale Betriebe stärken, Wohnraum schaffen, unseren Ortskern lebendig halten und unsere Infrastruktur so entwickeln, dass sie den Menschen vor Ort ebenso zugutekommt wie unseren Gästen. Resilienz geht noch einen Schritt weiter. Sie beschreibt die Fähigkeit eines Ortes, auf Veränderungen vorbereitet zu sein und auch schwierige Zeiten gemeinsam zu meistern. Der Klimawandel, wirtschaftliche Entwicklungen oder gesellschaftliche Veränderungen werden auch an Reit im Winkl nicht spurlos vorbeigehen. Entscheidend wird deshalb nicht sein, ob Herausforderungen kommen – sondern wie wir ihnen begegnen.
Genau hier liegt die große Chance unseres Lebensraums Reit im Winkl. Man kennt sich. Die Wege sind kurz. Vereine, Betriebe, Ehrenamt, Verwaltung, Politik, Landwirtschaft, Tourismus und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger gestalten unseren Ort bereits heute mit viel Herzblut. Dieses Miteinander ist ein riesiges Potenzial, das wir künftig noch stärker nutzen können.
Nachhaltige und resiliente Entwicklungen entstehen nicht durch ein einzelnes Großprojekt. Sie entstehen durch viele kleine Schritte, die in dieselbe Richtung führen. Durch regelmäßigen Austausch. Durch gegenseitiges Verständnis. Durch den Mut, neue Ideen zuzulassen, voneinander zu lernen und gemeinsam Verantwortung für unseren Lebensraum zu übernehmen. Unser Fazit aus der Klausurtagung und dem Lehrgang lautet deshalb: