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Tipps und Infos für Ihren Urlaub in Reit im Winkl

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Veröffentlicht am 6. August 2026

Tourismus beginnt nicht beim Gast. Sondern bei uns.

Vor wenigen Tagen saßen wir gemeinsam mit dem Gemeinderat zwei Tage lang am Tegernsee. Keine Klausur mit Blick auf den nächsten Veranstaltungskalender. Keine Diskussion darüber, wie wir noch mehr Gäste nach Reit im Winkl holen. Sondern zwei intensive Tage mit einer viel größeren Frage:

Wie steht Reit im Winkl aus einem städtebaulichen Blickwinkel betrachtet aktuell da und wie kann es weitergehen?

Es ging also um Ortsentwicklung. Um Bauen. Um Wohnraum. Um Ladenleerstände. Um die Zukunft der ehemaligen Hallenbadfläche. Um Themen also, die auf den ersten Blick gar nichts mit Tourismus zu tun haben. Oder vielleicht doch? Je länger wir miteinander diskutierten, desto klarer wurde eine Erkenntnis, die wir aus der täglichen Arbeit in der Tourist-Information und zuletzt auch aus dem Lehrgang zur nachhaltigen Destinationsentwicklung mitnehmen: Ortsentwicklung ist Tourismusentwicklung. Und Tourismusentwicklung ist Ortsentwicklung. 

Denn ein Gast entscheidet sich nicht nur wegen schöner Berge oder gut präparierter Loipen für einen Urlaubsort. Er entscheidet sich für einen lebendigen Ort. Einen Ort mit Begegnungen. Mit Geschäften, die geöffnet haben. Mit Menschen, die gerne hier leben. Mit Vereinen, Veranstaltungen und einem Ortskern, der Leben ausstrahlt. Genau deshalb dürfen wir Tourismus heute nicht mehr isoliert betrachten. Wenn wir über Wohnraum sprechen, sprechen wir über Bürger und Bürgerinnen, auch über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier leben können. Wenn wir über die Nutzung einer zentralen Fläche nachdenken, überlegen wir gleichzeitig, welchen Mehrwert sie für Familien, Jugendliche, Senioren, Einheimische und Gäste bieten kann. Wenn wir Ladenleerstände vermeiden wollen, stärken wir nicht nur den Handel, sondern auch die Aufenthaltsqualität im Ort. Alles hängt zusammen. 

Im Lehrgang zum Thema nachhaltige Destinationsentwicklung wurde genau dieser Gedanke immer wieder deutlich: Zukunftsfähige Orte entstehen dort, wo Politik, Verwaltung, Tourismus, Wirtschaft und Bevölkerung regelmäßig miteinander sprechen, voneinander lernen und gemeinsame Ziele entwickeln. Nicht jede Idee muss sofort umgesetzt werden. Aber jede gute Entwicklung beginnt mit einem gemeinsamen Verständnis dafür, wohin die Reise gehen soll. 

Somit war die Klausurtagung deshalb weit mehr als das Beantworten von Fragen rund ums Thema Bauen und Wohnen. Sie war ein Zeichen dafür, dass wir bereit sind, gemeinsam über den Tellerrand hinauszuschauen. Denn die Herausforderungen der kommenden Jahre werden wir nicht alleine lösen. Nicht die Gemeinde. Nicht die Tourist-Information. Nicht der Einzelhandel. Nicht die Vermieter. Nicht die Bürgerinnen und Bürger. Sondern nur gemeinsam.

Vielleicht ist genau das sogar die größte Stärke, die Reit im Winkl besitzt: ein Ort, der klein genug ist, damit Menschen miteinander reden können – und groß genug, um gemeinsam wirklich etwas zu bewegen. Reit im Winkl ist ein Ort mit rund 2000 Einwohnern, 130.000 Gästen und 530.000 Übernachtungen. Keine kleine Nummer, sondern unter den Top 4 Big Playern im Landkreis Traunstein. In vielen Dingen war Reit im Winkl Vorreiter und das soll es auch weiterhin bleiben, unter Berücksichtigung der Bewahrung unserer Kultur, Natur und immer einen Schritt den anderen voraus! Genau darin steckt auch die Bedeutung der beiden Begriffe, die uns derzeit im Tourismus intensiv beschäftigen: Nachhaltigkeit und Resilienz

Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur Klima- oder Umweltschutz. Nachhaltigkeit heißt, Entscheidungen so zu treffen, dass auch kommende Generationen gerne in Reit im Winkl leben, arbeiten und Urlaub machen können. Dass wir unsere Natur bewahren, regionale Betriebe stärken, Wohnraum schaffen, unseren Ortskern lebendig halten und unsere Infrastruktur so entwickeln, dass sie den Menschen vor Ort ebenso zugutekommt wie unseren Gästen. Resilienz geht noch einen Schritt weiter. Sie beschreibt die Fähigkeit eines Ortes, auf Veränderungen vorbereitet zu sein und auch schwierige Zeiten gemeinsam zu meistern. Der Klimawandel, wirtschaftliche Entwicklungen oder gesellschaftliche Veränderungen werden auch an Reit im Winkl nicht spurlos vorbeigehen. Entscheidend wird deshalb nicht sein, ob Herausforderungen kommen – sondern wie wir ihnen begegnen. 

Genau hier liegt die große Chance unseres Lebensraums Reit im Winkl. Man kennt sich. Die Wege sind kurz. Vereine, Betriebe, Ehrenamt, Verwaltung, Politik, Landwirtschaft, Tourismus und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger gestalten unseren Ort bereits heute mit viel Herzblut. Dieses Miteinander ist ein riesiges Potenzial, das wir künftig noch stärker nutzen können.

Nachhaltige und resiliente Entwicklungen entstehen nicht durch ein einzelnes Großprojekt. Sie entstehen durch viele kleine Schritte, die in dieselbe Richtung führen. Durch regelmäßigen Austausch. Durch gegenseitiges Verständnis. Durch den Mut, neue Ideen zuzulassen, voneinander zu lernen und gemeinsam Verantwortung für unseren Lebensraum zu übernehmen. Unser Fazit aus der Klausurtagung und dem Lehrgang lautet deshalb:

 

 

»Die Zukunft von Reit im Winkl entscheidet sich nicht allein im Tourismus – sondern im Miteinander.«

Wenn Gemeinde, Wirtschaft, Vereine, Tourismus und Bürgerschaft regelmäßig miteinander ins Gespräch kommen, Herausforderungen gemeinsam anpacken und Ideen Schritt für Schritt umsetzen, entsteht genau das, was unseren Ort auch in Zukunft stark macht: ein lebenswerter Ort für Einheimische und ein besonderer Ort für unsere Gäste. Denn am Ende gilt vielleicht dieser eine Satz mehr denn je: Ein Ort, der gut für seine Bürgerinnen und Bürger ist, wird immer auch ein guter Ort für seine Gäste sein.

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