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Veröffentlicht am 23. Juli 2026

Social Media – Visitenkarte, Multiplikator, nicht mehr ohne!

Als ich 2004 während meines BWL- und IT-Studiums einem damals noch kleinen Netzwerk namens Facebook mit rund einer Million Nutzern beitrat, dachte ich: „Wieder so ein StudiVZ – diesmal aus Amerika. Mal sehen, ob sich das hält.“ Wie sich herausstellte, lag ich damit – wie viele andere – gründlich daneben.

Heute nutzen 44,15 Millionen Menschen in Deutschland soziale Medien, weltweit sind es sogar rund 5,66 Milliarden. Instagram erreicht hierzulande rund 31 Millionen Nutzer, Facebook knapp 22 Millionen und TikTok fast 21 Millionen. Das sind keine Zukunftszahlen – das ist unser Alltag.

Und genau deshalb möchten wir diesmal nicht über Wanderwege oder Veranstaltungen sprechen, sondern über unsere digitale Sichtbarkeit. Denn wer heute einen Urlaub plant, greift oft nicht mehr zuerst zum Reisekatalog oder sucht stundenlang im Internet. Er öffnet Instagram, Facebook oder TikTok und entscheidet innerhalb weniger Sekunden, ob ein Ort interessant wirkt.

Social Media ist dabei längst mehr als Urlaubsbilder, Lieblingshund, Kaffeetassen oder Tanzvideos. Es ist die digitale Visitenkarte eines Ortes. Hier entstehen Erinnerungen, Inspirationen und letztlich auch Reiseentscheidungen.

Auch in Reit im Winkl begann diese Entwicklung früh. Unsere Facebook-Seite ging bereits 2012 online, Instagram folgte 2015. Anfangs lief alles nebenbei – Content entstand häufig nach Feierabend oder am Wochenende. Heute ist daraus professionelles Tourismusmarketing geworden: Mehrere Mitarbeiter betreuen unsere Kanäle, produzieren Inhalte, arbeiten mit Influencern zusammen, erstellen Redaktionspläne und bieten Workshops für Vermieter an. Neben Facebook und Instagram gehören inzwischen auch TikTok, Podcasts, der Gemeinde-Kanal und erste Aktivitäten auf LinkedIn selbstverständlich dazu.

Das eigentlich Revolutionäre an Social Media war jedoch etwas anderes: Zum ersten Mal konnte jeder seine Geschichten selbst erzählen. Früher entschieden Zeitungen oder Radiosender, ob eine Meldung veröffentlicht wurde. Heute genügt ein Klick auf „Posten“ – und innerhalb weniger Sekunden erreichen Bilder und Videos Tausende Menschen.

Genau darin liegt bis heute die größte Stärke. Beeindruckende Lichtstimmungen vom Gipfel aus beobachtet, Neuschnee, ein Straßenfest oder eine Veranstaltung im Sternenpark halten den Kontakt zu ehemaligen Gästen aufrecht und machen gleichzeitig Lust auf den nächsten Urlaub.

Heute entscheidet vor allem eines über den Erfolg: Reichweite. Und Reichweite entsteht nicht zufällig. Facebook bleibt dabei ein wichtiger Kanal, Instagram entwickelt sich ständig weiter, TikTok erreicht vor allem junge Zielgruppen, Podcasts und YouTube gewinnen an Bedeutung und auch LinkedIn wird für touristische Kommunikation zunehmend interessanter.

Unsere Kanäle erreichen inzwischen rund 13.000 Follower auf Instagram, weitere 13.000 auf Facebook sowie etwa 2.000 auf TikTok. Hinzu kommen der RausZeit.Nordic-Kanal, der Gemeinde-Kanal und unser Podcast "Hörwinkl".

Doch genau hier stellt sich eine entscheidende Frage:

Wie viele Betriebe im Ort nutzen diese Möglichkeiten eigentlich selbst? Wie viele teilen unsere Beiträge? Verweisen auf Veranstaltungen? Nutzen unsere Bilder, Informationen oder Videos? Denn genau darum geht es beim bekannten Satz Sharing is Caring. Inhalte müssen nicht ständig neu erfunden werden. Oft genügt es bereits, gute Beiträge weiterzuteilen, zu kommentieren oder zu verlinken. Man profitiert von der Arbeit anderer, erhöht die eigene Sichtbarkeit und erreicht gleichzeitig noch mehr potenzielle Gäste. Umso erstaunlicher ist eine andere Zahl:

Gerade einmal 24 Prozent unserer Vermietungsbetriebe sind aktuell auf Instagram und Facebook aktiv.

Während andere Destinationen längst voraussetzen, dass jeder touristische Betrieb in den sozialen Medien präsent ist, hören wir bei uns noch häufig den Satz: "Die Tourist-Information ist zuständig für Social Media, die werden es schon richten."

Nein. So funktioniert Tourismus im Jahr 2026 nicht mehr.

Die Tourist-Information kann Impulse setzen, Kampagnen entwickeln und Geschichten erzählen. Aber sie kann nicht für jeden Betrieb sichtbar sein.

Die digitale Entwicklung schreitet mit enormer Geschwindigkeit voran. Datenmanagement, künstliche Intelligenz und automatisierte Suchsysteme leben davon, dass aktuelle Inhalte vorhanden sind. Wer keine Bilder veröffentlicht, keine Informationen aktualisiert und keine Geschichten erzählt, findet in der digitalen Welt immer seltener statt.

Reit im Winkl hat unglaublich viel zu bieten. Unsere Natur. Premiumwanderwege. Der Sternenpark. Ein vielfältiger Veranstaltungskalender. Sportveranstaltungen. Kultur. Kulinarik. Genau deshalb dürfen wir uns darauf nicht ausruhen. Wir müssen all das sichtbar machen. Ehrlich. Authentisch. Ohne Übertreibungen. Aber regelmäßig und mit Überzeugung. Und natürlich alles im gesetzlichen Rahmen – denn gerade in der Verwendung von Fotos und Videos gibt es eindeutige Rechte und Pflichten für jeden. 

Genau deshalb haben wir bereits im vergangenen Jahr zwei Social-Media-Workshops für Einsteiger und Fortgeschrittene angeboten. Die Resonanz war durchweg positiv. Auch in diesem Herbst – voraussichtlich im Oktober – werden wir dieses Angebot wiederholen und bitten euch schon heute darum, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen.

Bis dahin gilt eine einfache Empfehlung:

Legt ein Profil an. Probiert euch aus. Teilt Beiträge. Stellt Fragen. Und wenn einmal etwas unklar ist, fragt gerne uns – oder inzwischen auch die Künstliche Intelligenz. Wer Unterstützung bei Bildern, Videos oder der richtigen Strategie benötigt, darf sich jederzeit an die Tourist-Information wenden. Dort sitzen längst keine klassischen Prospektverteiler mehr, sondern ein Team, das sich täglich mit digitalem Tourismusmarketing beschäftigt und sein Wissen gerne weitergibt.

Denn am Ende gilt auch in den sozialen Medien das Gleiche wie im echten Leben: Je mehr Menschen gemeinsam erzählen, wie schön Reit im Winkl ist, desto mehr Menschen werden es irgendwann selbst erleben wollen.

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