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Entfeldener Kapelle

Lange Zeit war die Entfeldener Dorfgemeinschaft der Meinung, die Marienkapelle mit dem Namen >>die 7 Schmerzen Mariens<< wäre 1825 gebaut worden und man feierte daher am 8.7.1950 zum 125-jährigen Bestehen Dorfkirchweih mit gleichzeitiger Einweihung des neuen Dorfbrunnens mit geschnitzter Brunnsäule. Doch 1956 entdeckte Kaplan Franz Niegel kunstvolle Fresken des Frühbarock in der Apsis mit der Jahrzahl 1742 (diese Zahl wurde später auf 1747 berichtigt). Fresken und Altar wurden daraufhin im Auftrag der Entfeldener Bürger von Georg Löhnert aus Ingolstadt restauriert. Zur Sicherung des Altars ließ die Gemeinde 1977 ein von Kunstschmied Ingo Schmucker aus Ruholding nach dem Plan des Berchtesgadener Bildhauers Hand Richter gefertigtes Trenngitter anbringen. Starke Durchfeuchtung des Mauerwerks verlangte Mitte der 80-er eine bauliche Trockenlegung sowie eine Restaurierung der Fresken, die in mehrjährigen Arbeiten der Kirchenmaler Alois Stein aus Inzell vornahm. Dabei traten 4 bisher unbekannte Fresken an den Seitenwänden zutage. Mit dem barocken Altar und den Fresken stellt die 1988 wieder eingeweihte Kapelle eine Kostbarkeit im Ort dar.

Dabei stand die Kapelle Mitte dieses Jahrhunderts schon kurz vor dem Abriß. Grund hierfür war der zunehmende Straßenverkehr bereits in den 50-er und 60-er Jahren. Während das Straßenbauamt noch an die Beseitigung gedacht hatte, sollte die Kapelle dann Anfang der 70-er Jahre im Zuge des Ausbaus der B305 nur noch verrückt werden. Hiergegen wandten sich jedoch viele Bürger. Entscheidende Unterstützung gab dann das Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, als es am 30.7.1975 feststellte:

Die Kapelle von Entfelden ist ein unverändert erhaltenes Denkmal ländlicher Bauweise und Kunstübung des 18. Jahrhunderts. Decke und Apsis sind mit Kalk- und Secco-Malereien der Entstehungszeit (1742) überzogen. Der Charakter des Baues ist aufs engste mit der Handschrift der althergebrachten Mauer- und Putztechnik verbunden. Die Lage der Kapelle zur Straße ist ein wesentlicher Teil ihres Charakters und ihrer Aussage. Dieser Würdigung wäre lediglich noch hinzuzufügen, dass die Kapelle in das südlich davon gelegene bäuerliche Anwesen eingebunden ist, so dass Kapelle und Bauernhof eine Baugruppe von ausgesprochenem Ensemblecharakter bilden. Die Löslösung der Kapelle von diesem Kleinensemble wäre ein empfindlicher Eingriff in dem noch sonst unversehrt erhaltenen Charakter dieses Hofes und ein städtebaulicher Verlust für das ganze Ortsbild.+9