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Geschichte

Die Geschichte von Reit im Winkl
 

Ausgehend vom heutigen Stand der Geschichtsforschung darf man annehmen, dass um 550 v. Chr. Kelten in das Gebiet des Chiemgaus vordrangen. Die Herrschaft der Kelten dauerte ein halbes Jahrtausend, bis die Römer um das Jahr 14 n. Chr. den Raum zwischen Alpen und Donau eroberten.
In den ersten Jahrzehnten des 6. Jahrhunderts besetzten die Bajuwaren im Zuge der Völkerwanderung die Donau-Hochebene. Einem dieser Bajuwaren hat der Chiemgau seinen Namen zu verdanken.
„Die Namen Chieming, Chiemsee und Chiemgau sind rein bajuwarisch und gehen auf einen Bajuwaren Chiemo zurück“.
Als das Gros der Bajuwaren mit der zweiten Welle der Landnahme nachrückte, begann eine umfangreiche Rodetätigkeit, die das Gesicht der Landschaft völlig veränderte. Aus dieser Rodetätigkeit leitet sich auch der Ortsname von Reit im Winkl ab.

Reit im Winkl leitet sich von roden = reuten oder urbarmachen ab und bedeutet dass in einem Bergwinkel, nach erfolgter Rodung, eine Siedlung entstanden ist.

Um die Jahrtausendwende setzte die große, aber verhältnismäßig kurze Zeit der Grafenherrschaft im Chiemgau ein. In diese Zeit fallen auch die ersten urkundlichen Erwähnungen Reit im Winkls, das in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1160 erstmals genannt wird.

Mit dem Ausgang des Mittelalters und dem Sturz Heinrichs des Löwen durch Kaiser Friedrich I im 1180 kamen die Wittelsbacher in Bayern an die Macht, die sie bis 1918 nicht mehr abgeben sollten.

Welche Bewandtnis hat es mit dem „Schellunter“, dem Wahrzeichen des Ortes?
Bei der Landverteilung durch Napoleon im Jahre 1806 sei Reit im Winkl, so sagt es die Legende, übersehen worden.
Die Landesherren von Bayern, Salzburg und Tirol haben darauf hin um dieses Gebiet Karten gespielt, wobei der Bayernkönig Max Joseph I durch einen Stich mit eben diesem „Schellunter“ glücklicher Sieger geworden war.

Den Anfang des Tourismus hat Reit im Winkl dem Besuch des Königs von Bayern, Maximilian II im Jahr 1858 zu verdanken.
Sein Besuch und der Reisebericht des Schriftstellers Franz von Kobell machte das reisende Publikum auf den Gebirgsort aufmerksam, worauf der Fremdenverkehr spürbar einsetzte.
Durch die Aufnahme in der „Cariolpostlinie“, der Postverbindung zwischen Reit im Winkl und Unterwössen oder Kössen wurde ein wichtiger Grundstein für den regelmäßigen Fremdenverkehr gelegt.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges und der Einführung der D-Mark erlebte Reit im Winkl einen anhaltenden Boom. Bestärkt durch die steigenden Löhne und die gesetzlich festgelegten Urlaubstage konnte sich der Tourismus in Reit im Winkl sehr gut entwickeln.

Große Ereignisse und berühmt gewordene Einheimische machten im Laufe der Jahre den Namen Reit im Winkl weltberühmt.
Die wohl berühmtesten sind:


Stefan Zuck, berühmter Bergsteiger, der 1936 die Bergwelt des Feuerlandes der Südspitze Südamerikas mit 10 Erstbesteigungen in Patagonien bezwang sowie erfolgreich am Gipfeltrupp der Nanga-Parbat (Himalaya) Expedition teilnahm.

Franz Haslberger (nach ihm benannt die Franz Haslberger-Schanze), Olympialteilnehmer 1936 und mehrfacher deutscher Meister im Skispringen. Franz Haslberger war 1938 der erste Deutsche, der am Holmenkollen einen vierten Platz im Spezialsprunglauf errang.

Olympiasiegerin von 1976 „Gold-Rosi“ Mittermaier

Maria und Margot Hellwig, die durch ihre Musik zu Botschafterinnen Reit im Winkls wurden

Evi Sachenbacher-Stehle, Olympiasiegerin und Weltmeisterin